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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 2.240 mal aufgerufen
 Rund um's Tanzen...
Zrinski ( gelöscht )
Beiträge:

26.01.2006 12:55
RE: Tanzschule oder Tanzclub antworten

Hallo,
erst Mal ein dickes Lob für diese HP. Echt klasse!

Meine Frau und ich würden gerne tanzen (lernen), können schon ein paar Schritte, aber nur bei einigen Tänzen. Jetzt würden wir gerne richtig tanzen lernen. Allerdings sind wir unschlüssig, ob es eine Tanzschule oder ein Tanzsportverein sein soll. Wir haben uns bei beidem Mal umgeschaut und finden bei beidem Vor- und Nachteile. Da Tanzvereine mehr Wert auf Haltung legen (was wir schon sehr begrüssen, denn das Tanzen sieht dann nicht so "mechanisch" aus), lernt man aber auch weniger Tänze. Ist es empfehlenswert, zuerst einen Anfängerkurs in einer Tanzschule zu machen und danach in ein Tanzsportverein zu gehen?

Danke und Gruß
Zrinski

1ngo Offline




Beiträge: 429

27.01.2006 16:52
#2 RE: Tanzschule oder Tanzclub antworten

Hi,
zumindest beim TD Rot-Weiss ist es so, daß es gar keine Anfängerkurse gibt und entsprechende Grundkenntnisse vorausgesetzt werden. Soweit ich weiss, ist dies eine generelle Abgrenzung zu Tanzschulen, d.h. die Vereine wollen/sollen den Tanzschulen keine direkte Konkurenz machen.

Ihr werdet also kaum umhin kommen, zunächst einige Kurse in einer Tanzschule zu belegen. Evtl. bietet die Schule auch Einzelunterricht an, was besonders dann sinnvoll ist, wenn man bereits Teilkenntnisse hat und schneller weiterkommen möchte.

Aus eigener Erfahrung in verschiedenen Tanzchulen kann ich bestätigen, daß Haltung - aber auch die wesentlichen Feinheiten bei den Tänzen - nicht bzw. zu kurz kommen. Das läßt sich aber vermutlich auch kaum ändern, weil die meisten Tanzschüler mehr an einem größeren Figurenrepertoire interessiert sind und eine sinnvolle Arbeit an den Basics zu sehr aufhalten würde; in einem normalen Grundkurs könnten sonst noch nicht einmal die Grundschritte für alle gängigen Tänze vermittelt werden.

Das ist aber auch nicht unbedingt tragisch, weil man die Tanzschritte ohnhin für den Verein braucht und hier dann das Versäumte nachgeholt werden kann. Mir ging das am Anfang auch so - ich hatte zwar ein reichhaltiges Repertoire, aber mußte wieder von vorn bei den Grundschitten anfangen, diese auch richtig umzusetzen.
Wenn Ihr von Anfang an auf korrektes Tanzen Wert legt, kommt Ihr um Einzelunterricht nicht herum.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Kurse zu besonderen Tänzen wie Tango Argentino, die auch außerhalb von Tanzschulen (und hier meist professioneller) angeboten werden. Diese setzen keine Grundkenntnisse voraus und haben wegen der Konzentration auf einen Tanz auch die Möglichkeit, intensiv die Basics zu vermitteln.
Gerade Tango Argentino eignet sich übrigens hervorragend, um Haltung und das Grundprinzip von Führen und Folgen zu erlernen. Wenn man hinterher Standardtänze lernt, fällt dies wesentlich leichter und man kann viele Anfängerfehler vermeiden.

Gruß
Ingo

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

27.05.2006 14:10
#3 RE: Tanzschule oder Tanzclub antworten

vielleicht könnt Ihr ja beides kombinieren...

Ich bin Mitglied in einem Tanzclub, bei dem auch eine Tanzschule angeschlossen ist. Gibt es sicher auch umgekehrt.

Da wird von Anfangan auf Dinge geachtet, die für den Tanzsport wichtig sind - wie z.B. Tanzhaltung oder dass man alle 10 Tänze sehr früh lernt. Dafür werden weniger Figuren pro Kurs gelehrt.
Auf der anderen Seite kann man trotz Tanzclub auch die netten Annehmlichkeiten wie Partys, Bälle, Ausflüge nützen.

Also einfach mal umschauen, vielleicht müsst Ihr Euch ja garnicht entscheiden.

viele Grüße,

Sonja

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

21.08.2006 21:07
#4 RE: Tanzschule oder Tanzclub antworten

Hallo,

meine Frau und ich tanzen seit 2000.
Zuerst haben wir alle Kurse (Anf.,Fortge.,Bronze,Silder
und Gold) absolviert. Danach sind wir in den Tanzclub
(nicht zu verwechseln mit einem Tanz-Sport-Club)eingetreten.
Das ist eigentlich eine Weiterführung der Tanzkurse, aber
eben etwas "lockerer" und es wird mehr auf die "wünsche"
der Tanzpaare eingegangen. Andere Tanzschulen bieten nur
die Anfänger und Fortgeschrittenen Kurse, danach geht
in die "Tanzkreise" (meißt in Standart und Latein getrennt).
Bei uns im Tanzclub sind alle Tänze im Programm.

Mit freundlichen Grüßen
Karsten Rudorf
http://www.ahnenforschung-rudorf.de

1ngo Offline




Beiträge: 429

23.08.2006 13:37
#5 RE: Tanzschule oder Tanzclub antworten

Hi,

Zitat
Gepostet von Gast
Das ist eigentlich eine Weiterführung der Tanzkurse, aber
eben etwas "lockerer" und es wird mehr auf die "wünsche"
der Tanzpaare eingegangen.


und genau das bewirkt leider, dass man dort nicht wirklich Tanzen lernt. Denn korrekte Technik lernen macht einfach keinen Spaß - der kommt erst, wenn man sie wirklich mühselig gelernt hat und dann beim freien Tanzen umsetzen kann. Dann erfolgt (bei mir jedenfalls) auch eine deutliche Verschiebung von Quantität zu Qualität: Ich habe mittlerweise mehr Spaß daran, einen simplen Grundschritt sauber zu tanzen, als die kompliziertesten Figuren wie früher "abzulaufen". Viele Figuren und Kombinationen aus der Tanzschule habe ich inzwischen auch ausgemustert, weil sie entweder nicht führbar sind (d.h. die Dame wissen muss, was sie tanzen soll) oder auch zu schwierig, als dass ich sie wirklich korrekt umsetzen könnte (wie z.B. das Fleckerl im Wiener Walzer).

Gruß
Ingo

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

24.08.2006 22:11
#6 RE: Tanzschule oder Tanzclub antworten

Naja...
Das ist sicherlich auch eine Ansichtssache.
Das meine Frau und ich Probleme haben beim "führen" kann
ich nicht direkt bestätigen. Wir testeten das mal mit
"Augen zu und durch" und ich muß sagen es klappt.
Sicherlich sind die Schrittfolgen in "normalen" Tanzschulen
etwas anders als in "Tanzsportschulen".
Aber wie ist das mit dem Tanzen oder trainieren selber ?
Wir tanzen einmal pro Woche am Sonntag für 2 Stunden.
(aus Arbeitsgründen auch nicht anders machbar)
Wie oft tanzt / trainierst Du so ? Mehrmals die Woche ?
Bei unserer Tanzschule wurde auch mal "Turniertanz" angeboten,
aber 3x die Woche, das ist beruflich leider nicht
einzurichten gewesen. Man muß also Kompromisse eingehen.

Mit freundlichen Grüßen
Karsten Rudorf

1ngo Offline




Beiträge: 429

25.08.2006 07:31
#7 RE: Tanzschule oder Tanzclub antworten

Hi,
die Schrittfolgen sind gar nicht unbedingt anders, sondern sie werden exakter und mit allen Details gelehrt - auch Details, auf die in Tanzschulen noch nicht einmal ansatzweise eingegangen wird, die aber die Charakteristik der Tänze ausmachen.
Allein von der Fußarbeit hatte ich in Tanzschulen nie oder wenn, dann nur sehr knapp und ungenau angerissen etwas gehört. Es ist ein großer Unterschied, ob man mit der Ferse, dem Ballen oder dem flachen Fuß aufsetzt, und es ist auch bedeutsam, ob, wie und ggfls. wie weit man an welchen Stellen in welchen Tänzen erhebt. Unser Trainer gibt z.B. auch den Tip, dass man vom Gefühl her nicht hochgehen soll, sondern bildlich gesprochen die Füße in den Boden drücken und den Körper dadurch anheben soll. Wenn man das versucht, stellt man tatsächlich fest, dass das Erheben sich nicht nur anders anfühlt, sondern auch die ganze Körperhaltung dabei anders ist.

Was das Training betrifft: ich gehe z.Z. einmal die Woche zum Clubkreis und einmal die Woche zum Breitensport. Außerdem am Wochenende meist zu Tanzveranstaltungen.
Man muss gar nicht unbedingt viel trainieren, sondern nur richtig. D.h. nicht immer neue und komplexere Figurenfolgen lernen, sondern weniger, dafür aber gründlicher und mit Schwerpunkt auf die Basics. In einer Tanzschule wäre es undenkbar, sich eine ganze Stunde lang mit einem Grundschritt zu beschäftigen, den man schon seit Jahren "kann". Im Tanzsport wird das hingegen immer wieder mal gemacht und so eingefahrene Fehler beseitigt.

Nehmen wir nur mal die schon angesprochene Promenade im Tango: Allein für den vorangehenden Link (nur die zwei Schritte mit dem Öffnen) geht oft schon fast eine Stunde drauf und Du kannst mir glauben, dass dabei sehr viele Fenheiten zu beachten sind.
Wenn ich so zurückblicke, hatte ich die Promenade im Grundkurs der Tanzschule in vielleicht 1/4 Stunde "gelernt" und in den höheren Kursen sind die Schritte dann hin und wieder auch mal ein wenig genauer gezeigt worden; insgesamt mag darauf vielleicht ein bis zwei Stunden verwand worden sein.
Beim TD wurde das Thema in etwa derselben Zeit (ca. 6 Jahre) schätzungsweise 20 Stunden unter den verschiedensten Aspekten behandelt und wie ich angemerkt hatte, bekam ich kürzlich die Rückmeldung von der Trainerin, dass ich die Promenade jetzt zum allerersten Mal korrekt getanzt hatte.

Ich denke, dass Tanzschulen es sich gar nicht leisten können, ihren Schülern immer wieder die "alten Kamellen" vorzusetzen oder ihnen gar zu sagen, dass sie im Grunde alles verkehrt machen und - nachdem sie komplizierte Kombinationen "ablaufen" können - nochmal ganz von vorne anfangen sollen mit den Grundschritten. Ich selbst war früher auch meist darauf aus, NEUES zu lernen, spektakuläre Figuren, die mir das Gefühl gaben, weit fortgeschritten Tanzen zu können. Pustekuchen! Wenn ich heute bei Tanzveranstaltungen eben diese Figuren getanzt sehe von Leuten, die jetzt schon über 10 Jahre in der Tanzschule sind, ist das ein echter Krampf und hat mit Tanzen recht wenig zu tun.

Ich selbst tanze inzwischen übrigens weniger Figuren als früher, weil ich sehr vieles aus der Tanzschulzeit verworfen habe - sei es, dass die Figuren nicht führbar waren oder für meinen Stand noch nicht sauber tanzbar. Zum Beispiel das Fleckerl: In der Tanzschule wurde es uns mal gezeigt - sogar von einem Turniertänzer und wirklich mit korrekter Technik. Theoretisch weiss ich, wie das geht, aber praktisch kommt leider nicht mal annähernd ein Fleckerl raus; unser Trainer hatte es mal beobachtet und es als "Wanderniere" bezeichnet und uns den Rat gegeben, es doch besser erst mal zu lassen. Im Turniersport _darf_ man das Fleckerl auch erst in den oberen Klassen tanzen.
Da wir auch diese (dämliche) Tanzschul-Promenade aus dem Wiener Walzer verbannt haben, tanzen wir in diesem Tanz nur noch die reinen Grundschritte, natürlich mit Übergängen in beide Richtungen. Nur tanzen wir diese einigermaßen sauber, was auch dazu führt, dass wir etwa zwei- bis dreimal so schnell im Raum sind wie Tanzschulschüler, die mehr Kreiseln als vorwärts kommen und immer noch der Meinung sind, dass man im Wiener Walzer viel drehen müßte, um "rum" zu kommen, aber nie gelernt haben, dass es ein raumgreifender Schwungtanz ist, in dem die beiden ersten Schritte wirklich vorwärts gehen und auch gleich lang sind.

Gruß
Ingo

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